Galerie RAINER GRÖSCHL
CHRISTIANE BERGELT
Wir laden Sie / Euch herzlich zum Besuch der Ausstellung
flammend und bang ein.
Ausstellungsdauer: 07.06. bis 08.07.2026
Text zur Arbeit der Künstlerin: Die Malerin ist eine Koloristin, deren Bilder eine fast synästhetische Sinnlichkeit ausstrahlen. Denn aus der Farbe heraus arbeiten, auf sie „hören“ und ihren differenzierten Intentionen folgen, bezieht ihre Konsistenz mit ein. Die Materialität der Farbe – weich, spröd, pastos, durchscheinend – prägt ebenso das Bild wie ihre Ausstrahlung selbst. Farbe wird zugleich Motiv und Inhalt, Thema und Objekt. Die Farbe kann auf die ewige Frage nach der Form, welche sie annehmen muss um sichtbar zu werden, verschiedene Stadien des Antwortens erreichen. Aus ihrem Fluss, besser gesagt aus dem Auftragen oder Verreiben der Farbe, kann allmählich so etwas wie Gegenständlichkeit auftauchen, die zum Beispiel zu Variationen eines Torsos führen – torno, torni, torna. Oder das Sichtbare entfaltet sich im Bereich des sogenannten Ungegenständlichen, bis an die Grenzmarkierungen von Schrift, Zeichen, Figur und Geometrie heran und nicht selten darüber hinaus, tief in diese Zonen des scheinbar Bekannten hinein. Archaische Muster deuten sich an, verlieren und behaupten sich im untergründigen Changieren pulsierender Farbe und formgebender Linearität. Phantastisches und Profanes, Anorganisches und Geometrisches, Anthropomorphes und Amorphes, Schönklang und Dissonanz evozieren Bildwelten, die auf Leinwänden und oft auf unterschiedlichen Papieren ihren Widerhall finden. Bereits die Entscheidung für diese oder jene Oberflächenbeschaffenheit eines Bildgrundes, könnte für die Richtung des zu Malenden entscheidend sein. Zum malerischen Impuls kann gleichfalls eine konkrete Situation, eine Person, das Naturstudium aber gleichfalls eine Stimmung, ein Gedicht oder ein Klang führen. Es kommt ein Arbeitsprozess in Gang, der den Zufall und die ästhetisch-formale Eigendynamik von Farbe und Form mit einbezieht, wie auch den gestaltenden Willen seitens der Malerin, der zwischen dem Bewussten und dem Unbewussten zuhause zu sein scheint. Das etwas skeptisch zu betrachtende Beschreiben dieses Prozesses, bei dem das Bild vorgibt, die metaphysische Oberhand zu haben und der Malerin auch schon mal die „Führung überlässt“, letztendlich aber das Bild sich aus dem Bild heraus entwirft, entfaltet hier seine suggestive Wirkung. Das Malen selbst ist kein energetisch aufgeladener, aggressiver oder kraftstrotzender Akt des ultimativ Existenziellen; obwohl gewiss auch mal die Farbe stark gestisch oder spontan gesetzt werden kann. Das Malen wirkt eher suchend und sich allmählich aus dem Malgrund herausbildend – fließend, stockend, schnell und langsam, flach und taktil, laut und still, präsent und flüchtig, figurativ und nonfigurativ – um im Moment des Belassens zu verbleiben, so wie es sich ergab und sich ergeben musste. Kairos, der günstige Augenblick einer Entscheidung hält sich nicht selten im Atelier der Künstlerin auf. Armin Hauer ehem. Kustos Sammlung Druckgrafik, Skulptur BLMK Frankfurt (Oder)
LAURA BENZ
''Phantomic''
Im August 2026 zeigen wir Arbeiten von Laura Benz, die zum zweiten Mal in der Galerie ausstellen wird.
Die Arbeiten von Laura Benz wirken unmittelbar und eindringlich. In ihren zumeist großformatigen Malereien treffen präzise gesetzte und grafisch klare Strukturen auf offene, fragil anmutende malerische Passagen. Figurative Splitter und rätselhafte Elemente treten als flüchtige Phantome auf, die sich jeder eindeutigen Fixierung entziehen. Sie oszillieren zwischen Vertrautem und Fremdem und halten den Blick in einem Zustand des Unsicheren. Motive wie Arbeitsanzüge, Handschuhe oder andere Gebrauchsobjekte spannt Benz in den Bildraum ein und verleiht ihnen durch eine minutiöse, an Siebdruck erinnernde Malweise eine besondere Prägnanz und Dichte. Sie verweisen auf eine vermeintliche menschliche Präsenz und bewegen sich zugleich zwischen Körper und Hülle, Nähe und Abwesenheit. So entstehen dynamische Bildräume, die den Blick der Betrachtenden irritieren, verschieben und ihn tief in einen visuellen Kosmos hineinziehen.






























