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VERWERFUNG

FINISSAGE & artiststalk am 25.02. um 12:00 Uhr

SABINE HERRMANN, PAULINE KRANEIS,  ZUZANNA SKIBA

Künstlerinnen des Vereins Berliner Künstlerinnen 1867

20. Januar bis 25. Februar 2024

Öffnungszeiten:  Fr.+Sa. 12:00 bis 19:00 Uhr    So. 11:00 bis 15:00 Uhr

Bildergalerie

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Fotos: die Künstlerinnen

Die drei Künstlerinnen Sabine Herrmann, Pauline Kraneis und Zuzanna Skiba sind seit vielen Jahren aktive Protagonistinnen einer wichtigen Berliner Kunstinstitution, dem Verein der Berliner Künstlerinnen1867, dem ältesten Berufsverband für Künstlerinnen im deutschsprachigen Raum. Wie vielschichtig und spannungsreich sich die Kunst der mehr als 70 Mitglieder vieler Nationalitäten heute darstellt, will eine Ausstellungsreihe in der Galerie von Rainer Gröschl zeigen. Beginnend mit drei ausgewählten Positionen von Sabine Herrmann, Pauline Kraneis und Zuzanna Skiba, wird exemplarisch gezeigt, wie spannungsreich und individuell die künstlerischen Ansätze sind, die im Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 zu entdecken sind. Die drei Künstlerinnen gehören zu den einflussreichsten und stärksten Künstlerinnen Berlins, wie alle Vereinskünstlerinnen. Ihre in der Ausstellung Verwerfung gezeigten Werke weisen eine bemerkenswerte ästhetische und thematische Breite im Spannungsfeld „Fläche“ auf. Gezeigt wird ein Kompendium an Gegenwart, mal von existentieller Eindringlichkeit bis hin zur Melancholie, mal mit ironischer Distanz und Freizügigkeit. SABINE HERRMANN Zwischenwelten aus Erleben, Sehen und darin wahrgenommene malerische Ereignisse legt Sabine Herrmann in ihren teils monumentalen Bildern offen. Ihre Seherfahrungen überführt die Malerin in abstrakte Farbräume, die sich mit großzügigen Pinselbahnen lasierend erschließen. Die Künstlerin ist in Berlin aufgewachsen, studierte u.a. von 1981 bis 1986 an der Kunsthochschule Berlin, Weißensee und hat nicht nur deutschlandweit, auch in Polen, Schweden, Brasilien, Frankreich, Japan und in den USA ausgestellt. Sie ist eine der bekannten Vertreterinnen der großflächigen abstrakten Malerei und ist mit ihren Werken in mehreren Museen Berlins präsent: z.B. im Museum Hamburger Bahnhof/Nationalgalerie Berlin, in der Ausstellung der Sammlung A Collection for the 21st Century. PAULINE KRANEIS In ihren Zeichnungen und ortsbezogenen Zeichnungsinstallationen reflektiert Pauline Kraneis die Überschneidung privater und öffentlicher Räume. Dabei sind Schwellen ein wiederkehrendes Thema. Das Innen und das Aussen können sich überlagern, textile Oberflächen aus dem privaten Wohnraum zu Projektionsflächen für größere Zusammenhänge werden. Pauline Kraneis, hat an der Hochschule der Künste Berlin und der Glasgow School of Art studiert. Sie schloss ihr Studium an der HdK Berlin 1999 als Meisterschülerin von Dieter Hacker ab. Ihre Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet und in Museen und Kulturinstitutionen weltweit gezeigt. z.B. im Kupferstichkabinett und Kollwitzmuseum Berlin, Kunstmuseum Bonn, der Lodeveans Collection in London, dem Arter in Istanbul, Adam Art Gallery Te Pātaka Toi in Wellington konnte sie ihre Werke ausstellen. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin und Svendborg (DK). ZUZANNA SKIBA Die künstlerische Formulierung von Mutations- und Transformationsprozessen in der Natur ist ein Kernthema im Werk von Zuzanna Skiba. An der Schnittstelle zwischen Kunst und Kartographie entwickelt die Künstlerin eigenständige Werkserien. Ihre abstrakte Landschaftsmalerei thematisiert die unsichtbar wirkenden Kräfte in der Natur, den inneren Energien und den geheimnisvollen Magnetismen. Zuzanna Skiba studierte hat ihr Studium mit Diplom für Malerei bei Prof. Inge Dörries -Höher an der FH Design in Bielefeld abgeschlossen. Es folgte ein postgraduate- und Masterclass Studium für Malerei an der Kunstakademie Minerva in Groningen (NL), schließlich Philosophy und Kunst im Kontext an der UDK, Berlin. Die Künstlerin bekam zahlreiche Auszeichnungen und nahm an internationalen Ausstellungen teil wie in Japan, USA, Albanien, Frankreich, Polen, Norwegen und in Berlin u.a. im Käthe-Kollwitz-Museum und Zentrum für aktuelle Kunst, Zitadelle Berlin. Zuzanna Skiba arbeitete während einer Künstlerresidenz auf Fruholmen Lonely Island in Norwegen und sie erhielt das Projektstipendium der Käthe Dorsch & Agnes Straub Stiftung. Der Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 Die Gründung des Vereins der Berliner Künstlerinnen 1867 gilt bis heute als Pionierleistung weltoffener Berliner Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts aus Kunst und Wirtschaft. Sie trugen dazu bei, dass Künstlerinnen eine adäquate Ausbildung, soziale Absicherung sowie Ausstellungs- und Verkaufsmöglichkeiten erhielten. Viele heute berühmte Künstlerinnen wie Käthe Kollwitz und Paula Modersohn-Becker erhielten an der Zeichen- und Malschule des Vereins eine akademische Ausbildung, die Ihnen bis 1919 an den Kunstakademien verwehrt wurde. Künstlerinnen wie Lotte Laserstein, Milly Steger, Julie Wolfthorn, Charlotte Berend-Corinth und Maria Slavona waren aktive Mitglieder im Verein. Auch Hanna Höch und Jeanne Mammen, wurden an Ausstellungen beteiligt und profitierten von den Netzwerken. Viele bis heute vergessene Künstlerinnen des Vereins werden nach und nach wiederentdeckt. Der Verein setzt sich dafür ein, ihr Bild in der Öffentlichkeit als Akteurinnen und „Macherinnen“ zu etablieren im Gegensatz zu der tradierten Wahrnehmung ihrer tragischen Biographie. Waren es zunächst wirtschaftliche, soziale und bildungspolitische Aspekte des Berufs der Künstlerin, sind es heute auch allgemein gültige, geschlechterunabhängige Themen; wie Solidarität und Verantwortung, Stigmatisierung und Ausgrenzung die die Künstlerinnen antreiben. Die Wahrnehmung ihrer weiblichen Perspektive und deren Sichtbarmachung und Verbreitung setzt über den Verein hinaus kulturpolitische Impulse. Im Jahr 1992 wurde vom Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 der Marianne-Werefkin-Preis ausgelobt. Er war der erste seiner Art, der ausschließlich an Künstlerinnen bis heute vergeben wird. Der Verein organisiert Ausstellungen und Veranstaltungen in Institutionen und Museen und bespielt einen eigenen Projekt- und Archivraum in Berlin.

Laura Benz lässt in ihren abstrakten Malereien ästhetische Spannungsfelder entstehen, die sie im weiteren Prozess unterschiedlichen, künstlerischen Untersuchungen unterzieht. Die Künstlerin interessiert sich für die Wirkungsweisen der Ambivalenz zwischen Planung und Intuition. Gestische Malerei trifft in Laura Benz Werken auf grafische Flächen, die Referenzen an digitale Bildräume erkennen lassen. Die Farbe wird mitunter geschichtet und partiell wieder abgetragen, so dass verschiedene Stadien des Malprozesses zeitgleich sichtbar werden. In jeder Malerei entwickelt sich ein individuelles Narrativ, so dass am Ende die leise Idee von etwas Realem anklingen mag – eine Idee, die Betrachter:innen zum gedanklichen Dialog einlädt.

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